Wärmedurchgangswert

Wärmedurchgangswert – der Wert für die Wärmedurchlässigkeit

Der Wärmedurchgangswert „’u-Wert’“ (der frühere ‚k-Wert‘) ist der Wert, der den Wärmeverlust beschreibt, der innerhalb einer Stunde über ein Quadratmeter Fläche von der warmen Seite zur kalten Seite abfließt. Der ‚u-Wert‘ wird in Watt gemessen und gilt für alle Bauteile, auch Fenster. Je kleiner der Wärmedurchgangswert ist, umso geringer ist der Wärmeverlust und umso besser dämmt ein Bauteil.

Gemessen wird der Wärmedurchgangswert für einen konstanten Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen von 1°K (Kelvin).
Als Beispiel: Eine gut gedämmte Wand hat einen ‚u-Wert‘ von 0,15 Watt. Bei einem Temperaturunterschied von innen 20°C und draußen 0°C wird der vom Hersteller ermittelte Wert mal 20 genommen. Damit entweichen in dem Fall pro Stunde 300 Watt Wärmeleistung.

Schwachstelle Fenster

Wenn man davon ausgeht, dass die meiste Wärme in einem Haus durch die Fensterfläche entweicht, kann man ermessen, wie wichtig der Wärmedurchgangswert eines Fensters zu Buche schlägt.

Relevant ist allerdings nicht der Wärmedurchgangswert der Verglasung, wie oftmals vom Hersteller angegeben, sonder der Wärmedurchgangswert des gesamten Fensters. Dieser ist oftmals höher und sollte beim Kauf aber eine entscheidende Rolle spielen. Auch beim Fenstereinbau sollten keinerlei Wärmebrücken produziert werden, sonst helfen alle rechnerischen Werte nichts beim Energie sparen.

Speziell für Fenster und Türen werden unterschiedliche Wärmedurchgangswerte zur Bewertung herangezogen:
  • für Fassadenelemente aus Fenstern
    für Schrägverglasungen
    für eine kompletteTür
    für Fenster- und Tür-Rahmen
    für Isolierglas
    für Dachflächenfenster
    für Tür- oder Rahmenfüllungen
    für Rollladenkästen
    für Oberlichter und Lichtkuppeln
    für Fenster

Der Wärmedurchgangswert wird maßgeblich von der Verglasungsart beeinflusst. Einfach verglaste Fenster weisen einen ‚u-Wert‘ über 5 auf. Bei einer Isolierverglasung oder Verbundglasscheiben verringert sich der Wert durch die dazwischenliegende Luftschicht schon auf 2,8 bis 3,2 W/m²K, bei einer Dreifachverglasung mit Luftfüllung auf 2 W/m²K.

Heute übliche Wärmeschutzverglasungen mit zwei Scheiben und einer reflektierenden Beschichtung und einer Edelgasfüllung statt Luft kommen auf einen Wärmedurchgangswert von 1,1 bis 1,3 W/m²K. Bei einer Dreifachverglasung mit Kryptonfüllung senkt sich der Wert sogar auf 0,4 W/m²K.
Moderne Wärmeschutzverglasungen erreichen heute einen Wärmedurchgangswert, der noch vor wenigen Jahren den gut gedämmten Hauswänden vorbehalten war. Ohne diese Entwicklung wären Niedrigenergiehäuser oder Passivhäuser nicht denkbar.

Der Standard bei Niedrigenergiehäusern liegt beim Wärmedurchgangswert für die Fensterflächen zwischen 0,5 und 0,8 Watt/m². Eine deutliche Einsparung, die dem Verbrauch kostbarer Energie entgegenwirkt.

Wer ermittelt den Wärmedurchgangswert?

Der Wärmedurchgangswert (‚u-Wert‘) wird unter Zugrundelegung von Prüfzeugnissen anerkannter Prüfanstalten festgelegt. Diese Werte werden danach im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Werte hat jeder Händler vorliegen und muss sie auf Verlangen vorzeigen.

Der ‚u-Wert‘ oder Wärmedurchgangswert wird beeinflusst durch das Vorhandensein einer Scheibenbeschichtung, dem Scheibenzwischenraum, den Fensterrahmen und von der Art der Gasfüllung. Zusammen mit dem ‚u-Wert‘ des Rahmens ergibt sich der Gesamt ‚u-Wert‘ für das komplette Fenster.

Je kleiner der Wärmedurchgangswert, umso geringer sind die Wärmeverluste durch die Fensterfläche. Ein geringer Wert beeinflusst die Behaglichkeit ganz wesentlich. Ist der Wert höher als 0,8, ist der „Kaltluftfall“ vor dem Fenster spürbar und bei Werten über 1,3 nur durch Heizkörper unter dem Fenster entgegenzuwirken.

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